Elektromobilität - großes Potenzial, aber Hürden bleiben
EnergieMobilität
| Pressemitteilung, 30.04.2025
München, 29.04.2025 - Das eigene Auto ist auf dem Land zumeist unverzichtbar und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Neue Chancen für eine kostengünstige und klimafreundliche Mobilität birgt die Elektromobilität – sofern die richtigen Rahmenbedingen geschaffen werden. Dies zeigt die neue Analyse unveröffentlichter Umfragedaten der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) „Elektromobilität für die Mitte – Wie Hausbesitzerinnen und -besitzer auf dem Land profitieren können“.
Der Hochlauf der Elektromobilität ist eine der zentralen Aufgaben des designierten Verkehrsministers Patrick Schnieder. Noch bremsen hohe Kaufpreise den Umstieg auf Elektroautos aus – vor allem in ländlichen Regionen. 65 Prozent der Hauseigentümer auf dem Land nannten dies als Haupthinderungsgrund in einer durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Klimaneutrales Deutschland durchgeführten Umfrage. Gleichzeitig sind Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer auf dem Land offen für Elektromobilität – vor allem, wenn sie zuhause laden können. So ist dies für 63 Prozent der befragten Hausbesitzerinnen und -besitzer mit Elektroauto der entscheidende Anschaffungsfaktor. Eine Kombination aus Solaranlage, Wallbox und digitalem Energiemanagement bietet dafür großes Potenzial, den Geldbeutel zu entlasten. Doch um dieses zu heben, bedarf es gezielter politischer Unterstützung.
Carolin Friedemann, Geschäftsführerin und Gründerin der Initiative Klimaneutrales Deutschland: „Jetzt braucht es kluge politische Impulse, um Elektromobilität auch für Menschen mit mittleren und kleinen Einkommen möglich zu machen. Ein ambitioniertes Förderprogramm für das E-Auto-Leasing könnten hier ein guter Weg sein, die finanziellen Einstiegshürden zu überwinden.“
Intelligentes Laden senkt Kosten und verbessert die Netzintegration
Neben hohen Anschaffungskosten nennen die Hausbesitzerinnen und -besitzer als weitere Einstiegshürden eine zu geringe Reichweite sowie zu wenig Ladesäulen. Eine gut ausgebaute private Ladeinfrastruktur ist entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität. Hier ist es wichtig, mit Hilfe von Smart Metern und bidirektionalem Laden günstigen überschüssigen Strom in die Haushalte zu bringen. Eigenheime systemdienlich in die Netzinfrastruktur einzubinden ist in anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien bereits gängige Praxis. Diese ist entscheidend, um die Stromkosten nachhaltig zu senken und die Elektromobilität voranzubringen.
Wie offen Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos gegenüber weiteren emissionssparenden Technologien sind, wurde in der Umfrage deutlich: 73 Prozent der E-Autofahrerinnen und -fahrer besitzen bereits eine Photovoltaikanlage, 78 Prozent eine Wallbox und mehr als die Hälfte Speicher.
Laden im (halb-) öffentlichen Raum
Auch wenn im öffentlichen Raum der Ausbau der Ladeinfrastruktur vorangeht, bedarf es hier verstärkt intelligenter Standortkonzepte. Ein entscheidender Hebel ist das Laden am Zielort, beispielsweise am Arbeitsplatz. Dort kann in den Mittagsstunden – einer Zeit in der besonders viel erneuerbarer Strom aus Wind- und Solaranlagen zur Verfügung steht – systemdienlich geladen werden. Zudem sind Ladepunkte am Arbeitsplatz in der Regel effizient in die bestehende Energieinfrastruktur eingebunden und überlasten diese nicht.
Fazit
Menschen im ländlichen Raum profitieren von der Antriebswende. Die geplante Senkung der Steuern und Abgaben auf Strom wird diesen Trend verstärken. Wer eine Wall-Box besitzt, kann günstig laden. Noch mehr sparen Menschen mit einer eigenen PV-Anlage. Hier könnte eine gezielte Förderung Anreize bieten. Das im Koalitionsvertrag angekündigte Förderprogramm für Social-Leasing könnte dabei unterstützen, die hohen Anfangsinvestitionen zu stemmen.
Methodik
Die Analyse basiert auf einer Umfrage unter 4.000 selbstnutzenden Hausbesitzerinnen und -besitzer. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat die Daten im Auftrag der IKND Ende September / Anfang Oktober 2024 erhoben.
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