Britischer E-Auto-Boom könnte deutsche Pro­duk­tions­stand­orte stützen

PolitikWirtschaft & ArbeitMobilität

| Pressemitteilung, 21.09.2026

München, 21. September 2026 - In Groß­bri­tan­nien, Deutsch­lands größtem Zielmarkt für Pkw-Exporte, gewinnen Elektro­autos rasant an Bedeutung. Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Ver­brennungs­motor geht hingegen stark zurück. Eine neue Analyse der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land (IKND) zeigt: Wer auch künftig in diesem Schlüsselmarkt erfolgreich sein will, muss die Nachfrage nach ele­ktrischen Antrieben bedienen. Deutsche Pro­duk­tions­stand­orte wie die von Schließung gefährdeten VW-Werke Emden und Zwickau können davon profitieren.

Der britische Automarkt wandelt sich rasant: Elektro­autos machen im ersten Halbjahr 2026 ein Viertel der Neu­zu­lassung­en aus. Innerhalb von sieben Jahren stieg der Anteil batterie­elek­trisch­er Fahrzeuge am gesamten deut­schen Pkw-Export nach Groß­bri­tan­nien von nahezu null auf über 40 Pro­zent. Im selben Zeitraum sanken die exportierten Stückzahlen an Ben­zin­fahr­zeu­gen um 62 Pro­zent, die an Diesel­fahr­zeugen sogar um 93 Pro­zent. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land. 

Das Beispiel Groß­bri­tan­nien zeigt, wie schnell sich für Deutsch­land wichtige Export­märkte in Europa verändern. Für die deutsche Auto­mo­bil­in­du­strie liegt darin vor allem eine Chance: Wer die steigende Nachfrage nach Elektro­fahr­zeu­gen mit pas­sen­den Modellen bedient, kann seine Position auf wichtigen Auslands­märkten sichern. Gerade für Pro­duk­tions­stand­orte wie Emden und Zwickau, die aktuell nicht ausgelastet sind, können sich so neue Perspektiven eröffnen“, sagt Adrien Pagano, Referent Verkehrspolitik der IKND.

Erfolgreiche Elektromodelle aus deutscher Produktion sind in Groß­bri­tan­nien bereits etabliert. Dazu zählen Fahrzeuge aus den Werken in Emden, Zwickau, München und Ingolstadt.

Politische Rahmen­bedingungen beschleunigen diesen Wandel zusätzlich. Die britische Regierung sieht aktuell vor, ab 2030 keine neuen reinen Benzin- und Diesel­fahr­zeuge mehr zuzulassen. Ab 2035 sollen auch keine Hybrid­fahr­zeuge mehr zu­ge­las­sen werden. 

Gleichzeitig ist der britische Markt stark von Fir­men­flott­en geprägt. 2024 entfielen rund 82 Pro­zent aller neuen batterie­elekt­rischen Pkw auf gewerbliche Zulassungen. Davon profitieren insbesondere die deut­schen Hersteller, da sie im Mittel- und Oberklassesegment stark sind. 

Ein Blick in die Exportdaten des Kraftfahrtbundesamtes zeigt: Groß­bri­tan­nien ist kein Sonderfall. Auch in anderen für deutsche Hersteller wichtigen Absatzmärkten steigt der Anteil ele­ktrischer Fahrzeuge deutlich, beispielsweise in Frankreich auf 28 Pro­zent und in Belgien auf 36 Pro­zent. Groß­bri­tan­nien steht also exemplarisch für eine internationale Entwicklung, bei der Ele­ktro­fahr­zeuge Marktanteile gewinnen und Fahrzeuge mit Ver­brennungs­motor an Bedeutung verlieren.

Das Factsheet finden Sie hier.

Ähnliche Artikel

Politik

Wirtschaft & Arbeit

Mobilität

E-Autos in Unternehmen boomen

Energie

Politik

Eigen­ver­brauch statt Ein­spei­se­ver­gü­tung bei So­lar­en­er­gie

Energie

Politik

Ge­bäu­de & Wärme

Eckpunkte Förderung Effiziente Ge­bäu­de

Wir verwenden Cookies, um Ihnen unseren Service zur Verfügung zu stellen, sowie das Nutzungserlebnis zu optimieren. Sie können mit dem Button „Akzeptieren“ alle Cookies akzeptieren oder über Datenschutzeinstellungen" individuelle Einstellungen vornehmen. Wenn Sie die Nutzung der Cookies ablehnen „Ablehnen“, dann werden außer den notwendigen Cookies keine weiteren Cookies gesetzt.

AblehnenAkzeptierenEinstellungen