Elek­tri­fi­zie­rung von Fir­men­flott­en schreitet voran

Studie zur Elektro­mobilität im deutschen Flotten­markt

Auf einen Blick

  • Die Elek­tri­fi­zie­rung der Fir­men­flott­en in Deutsch­land schreitet schnell voran: Im ersten Halbjahr 2026 sind rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge mit einem Anteil von 30 Pro­zent erstmals die führende Antriebsart im deutschen Flotten­markt. Fast zwei Drittel erwarten ab 2035 überwiegend (mindestens 95 Pro­zent) emissions­freie Fahrzeuge zu beschaffen.
  • Wirt­schaft­lich­keit ist der entscheidende Treiber für die Elek­tri­fi­zie­rung: 59 Pro­zent aller Fuhrparkmanagerinnen und -manager bewerten die Wirt­schaft­lich­keit von Ele­ktro­fahr­zeu­gen besser als bei Autos mit Ver­brenner­motoren. Unter den Fuhrparkmanagerinnen und -managern mit Ele­ktro­fahr­zeu­gen sehen 74 Pro­zent die Wirt­schaft­lich­keit als den entscheidenden Faktor für die Elek­tri­fi­zie­rung. 
  • Förderungen und Re­gu­lier­ung­en sorgen für mehr Tempo: 54 Pro­zent der Unternehmen würden ohne Förderungen und Re­gu­lier­ung­en langsamer oder gar nicht elektrifizieren. 
  • Auto­mobil­her­ste­ller, die zu deutschen Konzernen gehören, dominieren Elektro-Zulassungen: 73 Pro­zent der im Flotten­markt neu zugelassenen Ele­ktro­fahr­zeuge sind von deutschen Herstellern. Jedoch denken auch 73 Pro­zent der Befragten, dass neue Automarken gleichwertig oder besser sind als deutsche Marken. Insbesondere neue Marken aus China könnten den Flotten­markt verändern.

Studie zur Elek­tri­fi­zie­rung im deutschen Flotten­markt

Veröffentlichung Juli 2026

PolitikWirtschaft & ArbeitMobilität

| Analyse, 24.07.2026

Die deutschen Unter­nehmens­flot­ten setzen zunehmend auf die Elektro­mobilität. Zusätzlichen Rückenwind könnte die Clean Corporate Vehicles Regulation (CCVR) bringen, die derzeit auf EU-Ebene verhandelt wird. Der Vorschlag der EU Kommission sieht feste Anteile emissions­freier Neu­zu­lassung­en für Groß­unter­nehm­en vor. Das deutsche Ziel beträgt 54 Pro­zent emissions­freie Zulassungen bis 2030 und 95 Pro­zent bis 2035. Der Abschluss des Gesetz­gebungs­ver­fahrens wird bis spätestens Ende 2026 erwartet.

Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Dataforce-Studie im Auftrag der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land, auf Basis aktueller Zulassungsdaten und einer Be­fra­gung von 255 Fuhr­park­ver­ant­wort­lichen, wie weit deutsche Unternehmen bei der Umstellung ihrer Flotten bereits sind, welche Faktoren den Wandel treiben und wo weiterhin Her­aus­for­der­ungen bestehen.

Elektro-Zulassungen sind 2026 erstmals führend im deutschen Flotten­markt

Im ersten Halbjahr 2026 lagen im Flotten­markt erstmals rein batterieelektrisch betriebene Pkw bei den Neu­zu­lassung­en vor allen anderen Antriebsarten. Sie machten 30 Pro­zent aus. Der kontinuierliche Anstieg der vergangenen Jahre setzt sich damit fort. Neben der wachsenden Modell­palette tragen auch Ver­besser­ungen bei Reichweite und Lade­infra­struk­tur dazu bei, dass Unternehmen Ele­ktro­fahr­zeuge zunehmend in ihre Flotten integrieren.

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Mehrheit größerer Flotten hält Klimaneutralität bis 2035 für realistisch

Groß­unter­nehm­en (50+ Fahrzeuge), die von der Clean Corporate Vehicles Regulation der Eu­rop­äi­sch­en Union betroffen sind, elektrifizieren besonders schnell. 61 Pro­zent von ihnen haben sich bereits unter­nehmens­interne Umweltziele gesetzt oder müssen staatliche Auflagen erfüllen.

Bis 2030 erwarten weit mehr als die Hälfte (60 Pro­zent) der befragten Flotten­manager­innen und -manager, dass sie ihre Ziele bis 2030 erreichen können. 36 Pro­zent gehen davon aus, die Ziele nur knapp zu verfehlen und damit den Umweltauflagen recht nah zu kommen. Damit werden 95 Pro­zent der großen Fuhrparks ihre Ziele entweder erreichen oder nur knapp verfehlen.

Beim Blick auf die nahezu voll­ständige Klimaneutralität hält eine deutliche Mehrheit der größeren Unter­nehmens­flot­ten die Umstellung für realistisch: Fast zwei Drittel erwarten ab 2035 überwiegend (mindestens 95 Pro­zent) emissions­freie Fahrzeuge zu beschaffen.

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Unternehmen sind von Wirt­schaft­lich­keit der Elek­tri­fi­zie­rung über­zeugt

Anschaffungs- und Betriebskosten sind entscheidende Faktoren für In­ves­ti­tio­nen bei Unternehmen. 74 Pro­zent der Unternehmen mit Elektro­autos nennen die Wirt­schaft­lich­keit und Kosteneinsparung als den wichtigsten Treiber für die Elek­tri­fi­zie­rung des Fuhrparks. Die gestiegenen Kraftstoffpreise seit Anfang 2026 könnten nochmals einen finanziellen Anreiz für den Umstieg auf Elektro­mobilität schaffen.

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Relevanz von politischen Rahmen­bedingungen ist groß

Förderungen und Re­gu­lier­ung­en sind für deutsche Unternehmen ausschlaggebend – sie erhöhen das Tempo. 54 Pro­zent der Befragten würden ohne Re­gu­lier­ung­en ihre Elek­tri­fi­zie­rung verlangsamen oder stoppen. Beispiele für Förderung und Regulierung sind unter anderem steuerliche Vorteile für Unternehmen oder Dienst­wa­gen­fah­rerinnen und -fahrer, För­der­pro­gra­m­me für die Fahrzeuganschaffung oder Lade­infra­struk­tur (bundesweit oder regional), aber auch Vorschriften der Corporate Social Responsibility (CSR). 

Deutsche Marken dominieren bei den Elektro-Neuzulassungen

Der Markt wird weiterhin klar von deutschen Marken geprägt, die mit etablierten Strukturen, guten Service­leistungen und großer Modellvielfalt dominieren. 73 Pro­zent der im Flotten­markt neu zugelassenen Ele­ktro­fahr­zeuge sind von Auto­mobil­her­ste­llern, die zu deutschen Konzernen gehören. Die dominierende Marke ist dabei VW mit einem Marktanteil von 21 Pro­zent. Es besteht jedoch eine große Offenheit, neue chinesische Marken in den Fuhrpark zu integrieren. 73 Pro­zent der Befragten denken, dass sie gleichwertig oder sogar besser sind. 44 Pro­zent würden aktuell schon chinesische Marken in Betracht ziehen. 

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Fazit

Die Elektro­mobilität hat sich im deutschen Flotten­markt als wirtschaftlich tragfähige Option etabliert. Für die Mehrheit der Fuhrparkmanager sprechen inzwischen die Kosteneinsparungen für den Umstieg. Über die Hälfte der Befragten gibt jedoch an, ohne Förderungen und Re­gu­lier­ung­en langsamer oder gar nicht zu elektrifizieren. Sollte die CCVR wie vorgeschlagen verabschiedet werden, würde sie diesen Trend zusätzlich absichern und Unternehmen mehr Planungssicherheit für ihre In­ves­titions­ent­scheid­un­gen geben.

Offen bleibt, wie sich der Wettbewerb zwischen etablierten deutschen Marken und neuen Anbietern aus China entwickelt. Deutsche Hersteller dominieren aktuell die Neu­zu­lassung­en, doch ein Großteil der Fuhr­park­ver­ant­wort­lichen hält chinesische Marken für gleichwertig oder überlegen. Für den Standort Deutsch­land entscheidet sich hier, ob die Elek­tri­fi­zie­rung der Flotten auch der heimischen Industrie zugutekommt.
 

You can find the English version of the study here.

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