Wärme­pumpen im Eigenheim - Ein Fi­nan­zie­rungs­pro­blem, kein Ak­zep­tanz­pro­blem

Neue Daten zeigen, was Eigenheimbesitzende beim Heizungstausch wirklich bremst – und was das Ge­bäu­demodernisierungsgesetz noch leisten muss.

EnergieGe­bäu­de & Wärme

| Pressemitteilung, 11.06.2026

München/Berlin, 11.06.2026 – Rund 70 Pro­zent der Eigen­heim­besitz­en­den mit einem monatlichen Haus­halts­ein­kommen unter 2.500 Euro haben keine Wärme­pumpe und planen auch nicht eine anzuschaffen. Bei Haus­halten mit mehr als 7.500 Euro sind es nur 30 Pro­zent. Das Ge­bäu­demodernisierungsgesetz (GmodG), das heute in die erste Lesung im Bundestag geht, gibt Eigen­heim­besitz­en­den mehr Ent­schei­dungs­frei­heit beim Heizungstausch – und stellt gleichzeitig finanzielle Förderung in Aussicht. Wie notwendig diese ist und welche zielgruppenspezifischen Instrumente es noch braucht, zeigen Daten des Factsheets „Wärmepumpen im Eigenheim: soziale Aspekte mitdenken“ der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land und Zukunft KlimaSozial. 

Die Daten zeigen eindeutig: Die größten Hürden beim Umstieg auf die Wärme­pumpe sind nicht technischer, sondern finanzieller und lebens­pha­sen­be­zogen­er Natur. Sorgen vor Abhängigkeit vom Strompreis oder Zweifel an der Ausgereiftheit der Technologie spielen eine unter­ge­ordne­te Rolle. Was zählt, ist die Frage: Kann ich mir das leisten, und lohnt es sich in meinem Alter noch für mich?

Carolin Friede­mann, Ge­schäfts­führ­er­in und Gründerin der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land: „Die Wärme­pumpe hat ein Fi­nan­zie­rungs­pro­blem und kein Ak­zep­tanz­pro­blem, wie man aus der politischen Debatte manchmal vermuten könnte. Unsere Daten zeigen: Eigenheimer sind für den klima­freund­lich­en Wechsel im Heizungs­keller bereit. Dabei bietet die Wärme­pumpe die Chance, sich langfristig gegen steigende Preise für fossile Energieträger abzusichern – voraus­ge­setzt, die finanziellen Rahmen­bedingungen stimmen.“

Kosten sind die entscheidende Barriere – aber je nach Lebensphase unterschiedlich

Bei der Reaktion auf finanzielle Anreize zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Alters­gruppen. Während ein günstiges Darlehen 35 Pro­zent der Jüngeren zu einer Investition bewegen würde, sind es bei den Älteren nur 25 Pro­zent. Für jüngere Eigenheimbesitzende – im Schnitt beim Hauskauf 38 Jahre alt, mit laufendem Immobilienkredit – ist die finanzielle Belastung durch den Heizungstausch besonders spürbar. 66 Pro­zent der unter 45-Jährigen geben an, auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein, gegenüber 50 Pro­zent der 45- bis 60-Jährigen und 54 Pro­zent der über 60-Jährigen.

Brigitte Knopf, Direktorin von Zukunft KlimaSozial empfiehlt daher: „Eine gezieltere, ein­kommens­ge­staffel­te Förderung beim Heizungstausch sollte auch nach der Reform des Heizungsgesetzes sichergestellt werden, damit auch ein­kommens­schwach­en Haus­halten der Umstieg auf fossilfreie Tech­no­lo­gien ermöglicht wird. Zudem ist es wichtig, dass das Volumen der Ge­bäu­de-Förderung Bun­des­för­der­ung für effiziente Ge­bäu­de (BEG) in ausreichender Höhe fortgesetzt wird und mögliche Kürzungen im Klima- und Trans­for­ma­tions­fonds nicht zu Lasten der BEG gehen.“

Auch ältere Eigen­tümer­innen und Eigentümer brauchen andere Antworten. Diese Gruppe stellt den größten Anteil derjenigen, die keine Wärme­pumpe haben und auch keine anschaffen wollen. Neben der Finanzierungsfrage spielt das eigene Alter die ausschlaggebende Rolle. 

Brigitte Knopf ergänzend dazu: „Jenseits der Finanzierung braucht es für die praktische Umsetzung niedrigschwellige Informations- und Beratungsangebote wie Sanierungslotsen und One-Stop-Shops als zentrale Anlaufstellen für Eigenheimer, die ihr Zuhause klimaneutral sanieren wollen.“

Das vollständige Factsheet finden Sie hier.

 

Über das Factsheet
Das Factsheet „Wärmepumpen im Eigenheim" basiert auf einer repräsentativen Be­fra­gung des Instituts für Demoskopie Allens­bach im Auftrag der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land unter mehr als 2.000 selbstnutzenden Hausbesitzenden (August 2025). Autorinnen: Carlotta Giustozzi (Zukunft KlimaSozial) und Clara Mewes (IKND). 

Über Zukunft KlimaSozial
Zukunft KlimaSozial ist ein wissenschaftlicher Thinktank zur Verbindung von Klima- und Sozialpolitik. Vision und Mission ist eine klimaneutrale und sozial gerechte Zukunft. Das bedeutet gesellschaftliches Wohlergehen und Teilhabe für alle. Mit Expertise, Ideen und Konzepten trägt Zukunft KlimaSozial zum Gelingen bei. Klima- und Sozialpolitik werden von Anfang an zusammengedacht und neue Lösungsansätze entwickelt.

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