Ost­deutsche Bürger­meister zur Energie­wende

Bürger­meister­be­fragung zur Energie­wende in Ost­deutsch­land

Veröffentlichung August 2024

EnergiePolitik

| Analyse, 09.08.2024

Bür­ger­mei­ster im Osten Deutsch­lands treiben die Energie­wende voran: 90 Pro­zent der Kommunen planen in den nächsten fünf Jahren Projekte. Trotz finanzieller und bürokratischer Hürden sehen sie große Chancen für den Klima­schutz und fordern mehr politische Unterstützung. So ergibt eine Be­fra­gung, die die Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land (IKND) im Juni 2024 durchgeführt hat.

Vielfältige Energie­wendeprojekte und umfangreiche Pläne für die Zukunft

Bür­ger­mei­ster im Osten von Deutsch­land sind aktiv an der Energie­wende beteiligt und setzen sich für die Transformation ihrer Kommunen ein. 9 von 10 Kommunen planen in den nächsten fünf Jahren die Umsetzung von Energie­wende-Projekten umzusetzen.

Besonders beliebt sind bei den Kommunen neue Photovoltaik­anlagen
(67 Pro­zent) und kommunale Wärmeplanung (64 Pro­zent). Auch Ladesäulen, Wind­energie und vor allem Energiespeicher sollen in den kommenden Jahren ausgebaut werden.

Diese hohe Zahl an geplanten Projekten ist umso bemerkenswerter, da ein Viertel bisher noch keine Energie­wende-Projekte umgesetzt hat. Die Ergebnisse zeigen, dass fast die Hälfte der Bür­ger­mei­ster sich als teilweise informiert (49 %) und jeder Fünfte (21 %) sogar als sehr gut informiert über die Energie­wende einschätzt.

Chancen und Hürden

Die größten Her­aus­for­der­ungen bei der Umsetzung der Energie­wende vor Ort sind laut der Befragten die Finanzierung von Projekten (61 Pro­zent), der bürokratische Aufwand (59 Pro­zent) und lokale Widerstände (39 Pro­zent).

Trotz dieser Hürden sehen die Bür­ger­mei­ster auch Chancen: 59 Pro­zent betrachten Einnahmen für den Gemeindehaushalt als große Chance, gefolgt vom Beitrag zum Klima­schutz (55 Pro­zent). Es gibt zwar gesetzliche Beteiligungsgesetze. Diese erweisen sich aber in der Umsetzung als komplex. Daher besteht eine klare Erwartung an die Politik, Vereinfachungen vorzunehmen, um diese Hürden zu überwinden.

Um diese Chancen zu nutzen und Hürden zu überwinden, hat die IKND ein Factsheet “Windenergie - wie Gemeinden profitieren” erstellt. Dieses zeigt konkrete Wege auf, wie Kommunen von Energie­wende-Projekten profitieren können.

Kommunale Energie­wende braucht Unterstützung

Um die Umsetzung der Energie­wende zu fördern, wünschen sich die befragten Bür­ger­mei­sterinnen und Bür­ger­mei­ster von den Parteien verfügbare Ansprechpartner (49 Pro­zent) und mehr öffentlichen Rückhalt (46 Pro­zent).

Von der Landesregierung erwarten sie eine einfachere finanzielle Beteiligung der Kommunen (63 Pro­zent) und vereinfachte Genehmigungsverfahren (62 Pro­zent). Dies signalisiert den höheren Politikebenen, sich stärker hinter die Energie­wende zu stellen, um die Umsetzung vor Ort zu erleichtern. 

Trotz des Wunsches nach Unterstützung verstehen die Bür­ger­mei­ster die Energie­wende als vorwiegend lokale Aufgabe: 54 Pro­zent sehen die Bürgerinnen und Bürger als wichtigsten gesellschaftlichen Akteur, gefolgt von den Bür­ger­mei­stern (41 Pro­zent) und Landesregierungen (35 Pro­zent). 

Methode

Die Umfrage wurde von der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land (IKND), der KlimaUnion sowie einzelnen Bür­ger­mei­sterinnen und Bür­ger­mei­stern entwickelt. Der Be­fra­gungszeitraum war vom 22.05. - 07.06.2024. Befragt wurden Bür­ger­mei­sterinnen und Bür­ger­mei­ster ostdeutscher Gemeinden in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Rund 2.500 Mandatsträgerinnen und -träger wurden per Brief und E-Mail zur Teilnahme eingeladen. Die Gesamtstichprobe entspricht mit 237 Antworten circa 10 Pro­zent aller ostdeutschen Bür­ger­mei­sterinnen und Bür­ger­mei­ster. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ.

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