Ein­spar­bremse ver­meiden Experten­kommission macht Vor­schläge zum Gas­preis

EnergiePolitik

| Kommentar, 11.10.2022

Die von der Bundesregierung für die Entwicklung einer Gaspreisbremse eingesetzte Kommission hat gestern ihren Zwischenbericht vorgestellt. Im Kern schlagen die Expertinnen und Experten vor, zunächst eine Einmalzahlung vorzunehmen und dann ab Frühjahr 2023 die Preise für 80% des Verbrauchs von Unternehmen und Privathaushalten zu deckeln und darüber hinaus den Marktpreis weiterzugeben. Inwieweit die Vorschläge die komplexe derzeitige Lage widerspiegeln, kommentiert Carolin Friedemann, Geschäftsführerin der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND):

„Berechtigterweise ist die Politik auf der Suche nach finanziellen Entlastungen für die Gaskundinnen und -kunden. Mit ihrem Vorschlag versucht die Kommission gleichzeitig zu vermeiden, dass eine dauerhafte und vollständige Preisdeckelung wohl zu weniger Einsparungen führen würde. Dabei wird weiterhin übersehen, dass die meisten Haushalte ihre Heizkostenabrechnung für 2022 erst im kommenden Jahr erhalten. Damit die Menschen verstehen, dass der hohe Preis für eine akute Knappheit steht, und entsprechend handeln können, bedarf es jedoch zeitnaher und regelmäßiger Informationen über den eigenen Verbrauch.

Weiterhin steht das Thema im Raum, den Gasverbrauch am Entstehungspunkt zu vermeiden und die Menschen dauerhaft vor hohen Heizkosten zu schützen - statt zig Milliarden Euro einmalig verpuffen zu lassen, sollten nachhaltige Investitionen in Wärmewende und Sanierungswelle im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen.“

Der Zwischenbericht der Kommission: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/expertinnen-kommission-gas-und-erdwaerme.html

Die Kommission wurde Mitte September von der Bundesregierung einberufen und umfasst 20 Mitglieder. In ihr sind Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften und Energiebranche versammelt.

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