Briten sparen, Deutsche zahlen
Mobilität
| Pressemitteilung, 28.01.2026
E-Auto-Fahrer auf der Insel dank flexibler Stromtarife 600 Euro im Jahr im Vorteil
Bundesumweltminister Carsten Scheider hat kürzlich die konkreten Details zur neuen Förderung von Elektroautos vorgestellt. Ein sehr gutes Omen für die deutsche Automobilindustrie und Käufer. Schaut man auf die Kosten eines E-Autos nach dem Kauf könnten mit einem beschleunigten Smart-Meter-Rollout noch weitere massive Einsparungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher erzielt werden. Dies zeigt eine Analyse der Initiative Klimaneutrales Deutschland und der britischen Energy & Climate Intelligence Unit (ECIU).
Ein großer Hebel, um mehr Elektroautos auf die Straßen zu bringen, liegt jenseits des Kaufpreises: bei den laufenden Kosten. Hier bleibt in Deutschland bislang großes Potenzial ungenutzt. Schon heute sind Elektroautos in Deutschland im Betrieb deutlich günstiger als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor. Eine neue Analyse der Organisationen Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) und der britischen Energy & Climate Intelligence Unit (ECIU) zeigt, dass über alle untersuchten E-Auto-Modelle hinweg Fahrerinnen und Fahrer im Durchschnitt in beiden Ländern rund 1.100 Euro pro Jahr einsparen könnten. Höhere Anschaffungskosten amortisieren sich dadurch in vielen Fällen innerhalb weniger Jahre.
Der Vergleich mit Großbritannien zeigt jedoch, wie viel höher das Einsparpotenzial sein könnte. Dort sparen E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer im Schnitt rund 600 Euro pro Jahr mehr als in Deutschland. Insgesamt können britische E-Auto Besitzerinnen und Besitzer im Schnitt 1.700 Euro pro Jahr einsparen – bei einer angenommenen Haltedauer von 14 Jahren sind das 23.800 Euro, also ein beträchtlicher Teil des Preises für einen Neuwagen.
Der Hauptgrund dafür ist ein deutlich digitaleres Stromsystem im Vereinigten Königreich: Der flächendeckende Einsatz von Smart Metern ermöglicht dort flexible Stromtarife und günstiges Laden in Zeiten niedriger Nachfrage und hoher Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.
Colin Walker, Leiter der Abteilung Verkehr bei der ECIU, kommentiert die Analyse wie folgt: „Der Marktanteil von Elektroautos steigt in Großbritannien rasant an, im vorletzten Jahr haben wir sogar Deutschland überholt. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Unser “Zero Emission Vehicle Mandate" treibt die Verkaufszahlen nach oben, indem es die Preise senkt: Hersteller konkurrieren darum, ihre Verkaufsziele für Elektrofahrzeuge zu erreichen. Gleichzeitig ermöglicht die großflächige Verbreitung intelligenter Stromzähler, Elektrofahrzeuge nachts zu sehr günstigen Tarifen zu laden. Dadurch entscheiden sich immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer aus wirtschaftlichen Gründen für ein Elektroauto. Deutschland verfügt über ein reichhaltiges Angebot an erneuerbarem Strom und hat damit das Potenzial für sehr günstige Ladepreise. Ich kann aus britischer Perspektive sagen: es lohnt sich, dieses Potenzial mit intelligenten Messstellen zu heben.”
Adrien Pagano, Referent für Verkehrspolitik bei der IKND, ergänzt: „Deutschen Autofahrern entgehen große Einsparungen, weil unser Energiesystem zu langsam modernisiert wurde. Obwohl Elektrofahrzeuge bereits viel günstiger im Betrieb sind als Benzin- oder Dieselautos, können Autofahrer aufgrund des Mangels an intelligenten Zählern und flexiblen Tarifen in Deutschland noch nicht in vollem Umfang von günstigem und sauberem Strom profitieren. Dabei wäre die Senkung der laufenden Kosten eine sinnvolle Ergänzung zur Kaufprämie.“
In Deutschland sind Smart Meter und dynamische Tarife aufgrund fehlender intelligenter Stromzähler kaum verfügbar. Ohne diese Infrastruktur bleibt vielen Haushalten der Zugang zu günstigem Ladestrom verwehrt, obwohl er technisch längst möglich wäre. Ein beschleunigter Rollout von Smart Metern ist ein entscheidender Faktor für den Markthochlauf der Elektromobilität darstellt.
Die vollständige Analyse finden Sie hier.
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